Versprochen ist Versprochen
Im September 2005 hatte ich einen Scirocco geschenkt bekommen, nur unter der Bedingung: NICHT SCHLACHTEN!
Seither hatte ich ihn 2x gewaschen und wollte damit anfangen, ihn wieder aufzubauen. Jedes Mal liess ich das schnell wieder sein, weil einfach zu viele Mängel ins Auge stachen.Seit der 76er Scirocco 1 fertig augebaut ist, konnte ich meine Zeit noch anders vertreiben (Werkstatt renoviert etc.), doch dann machte sich die Schrauberlust immer stärker bemerkbar.Endlich konnte ich, Ende November 2006 die Werkstatt räumen und für den 84er GTX ein Winterquartier als Untermieter finden. Somit ist endlich wieder Platz zum im trockenen und hellen schrauben.
Es begann bereits mit Herausforderungen. Um die Batterie (zum umparkieren) einzubauen muss ja bekanntlich die Motorhaube geöffnet werden. Diese wollte sich nicht öffnen lassen. Habe dann den Entriegelungshebel mit einem Schraubendreher blockiert und so ging sie nach einigem Rütteln auf.Batterie war drin, anspringen wollte er aber nicht. Nach zwei kleinen Kanistern Benzin liess er sich doch noch überreden, brum brum zu machen.Das rechte Hinterrad war blockiert und hat Spuren auf dem kurzen Weg hinterlassen.
Spuren der Zeit und wohl auch die Folgen von Kontakt (Beule).
Im Kofferraum gab es eine blaue Box, darin eine noch verschlossene Portion Motorenöl und das kaputte Verstellrad vom Fahrersitz.
Die hinteren Radbolzen brauchten eine etwas längere 'Zuwendung'.
Und die erwartete Ansicht der Bremstrommeln.
Benzin lief aus...
Blick auf den Endschalldämpfer.
Ein weiterer Blink unter den Scirocco.
Die Hinterachse war draussen und erlaubte tiefere Einblicke.
Was sich alles am oberen Ende vom Tankeinfüllstutzen sammelt.
So sieht es platzmässig aus. Die linke Seite geht gut, da es offen zur Werkstatt ist. Rechts ist es enger.
Die rostige Hinterachse wurde zerlegt und zum nahegelegenen Sandstrahlbetrieb gebracht.
Vorförderpumpe, Benzinpumpe und der Tank sind ausgebaut und ich ein wenig high von den vielen Benzindämpfen (war doch noch mehr drin, als ich dachte).
Tank, Endtopf und Vorschalldämpfer waren nicht mehr zu gebrauchen und fanden den Weg zum Altmetall.
Hier würde eine Reparatur mittelfristig wenig Freude bringen.
Gut, wenn man eine Eisensäge hat, die Schraube vom Verbindungsstück zwischen Einfüllstutzen und Tank lies sich nicht mehr öffnen.
Die Rostnester unter der Hinterachsaufnahme Fahrerseite nach dem abkratzen der losen Teile.
Die kleine Eisensäge entwickelt sich zum Hauptwerkzeug.
Das Vorverzinnen lief nicht wie geplant. Der Scirocco war schon mehrfach Hohlraumbehandelt worden. Dadurch liefen beim erwärmen an vielen Ritzen kleine Bächlein runter.
Beim ersten Versuch mit Stangen-Zinn zu arbeiten wars dann auch nicht besser.
Die Hinterachse nach dem Sandstrahlen.
Der Rost hat Spuren hinterlassen.
Die Verbreiterungen und Schutzleisten werden weniger.
Auch in den Ecken des Heckabschlussblechs sammelt sich gerne Dreck.
Einen Spitznamen hat er auch schon bekommen: Bad Red.
Vor der definitiven Entsorgung noch ein Foto der Benzinpumenhalterung.
Obwohl der Scirocco einer der Letzen ohne Kat ist, hat er ein Kat-Emblem.
Am Katzenscirocco fand ich gut erhaltene Bremsleitungen :-)
Ich hatte den Eindruck, dass sich die Zierleisten bei Kälte eher besser lösen, als wenn es warm ist.
Die Region Achsaufnahme an der Beifahrerseite in Behandlung.
Hier der Ersatztank. Stammt aus einem geschlachteten 16V und wurde 2003 neu verbaut, trotzdem hat er schon einiges an Flugrost drauf.
Manchmal arbeitet auch Arbi in der Werkstatt... dann ist es bestimmt nie still.
Beim Roststellen abschleifen mit der Bohrmaschine und Drahtbürstenaufsatz.
Die kleine Säge im Einsatz an den Benzinleitungen.
Detailansicht von den Anschlüssen des Druckspeichers. Rechts der Anschluss Benzinleitung an die Pumpe. Die Schraube liess sich nicht öffnen, stattdessen ist die Stahlleitung abgerissen.
Benzinpumenanschluss.
Die kleine Säge im Dauereinsatz: Diesmal am hinteren Radkasten.
Ansicht von unten aus der Fahrerseite.
Nach einem Monat 'ohne Lust', wollte ich Ihn eigentlich schlachten. Das brachte ich dann aber auch nicht übers Herz und so habe ich mal eine Aufstellung Pro/Kontra gemacht:
Die Für-Punkte siegen mit minimalem Vorsprung :-)Doch will ich es immer genau wissen und brauchte noch einen weiteren Beweis.Ein Blick in die Seitenschweller zeigte nur Haare und Spinnennetze - kein Rost, das tut der Seele gut :-)
Viele Eimer mit schwarzem Wasser waren das Zwischenresultat.
Mystische Zeichen tauchten auf.
Der 'neue' Tank in Arbeit.
Ein Tipp: Wenn Ihr mal den Unterboden 'bearbeitet', würde ich euch raten, zuvor den Unterboden in der Waschanlage reinigen zu lassen. Auch wenn man noch selber den Wagenheber benutzen muss, um dran zu kommen.
Zwischendurch habe ich mal vorne gearbeitet, um die Bremsleitungen abzubauen und die Halterungen abzuschleifen.
Die Hohlräume sind in Top Zustand.
Bis auf drei Roststellen am Radlauf des Kotflügels...
Fies sind die Halterungen der Brems- und Benzinleitungen. Auf den ersten Blick wenig Rost und immer mehr.
Die Durchrostung am Schweller.
Weitere Rostherde. Je mehr ich putzte, um so mehr Roststellen kamen zum Vorschein.
Auch zwischen der Reserveradmulde und dem Heckblech ist eine anfällige Stelle.
Langsam kommt Farbe ins Spiel.
Die Ersatzteile am warten. Zusammenbauen macht viel mehr Spass als Rost bekämpfen.
Der Unterboden (ohne Schweller) ist soweit fertig.
Der Ersatz-Tank ist auch bereit für den Einbau.
Die Benzinleitungen waren schon immer ein grösseres Problem für mich. Erst wollte ich Kunststoffleitungen verbauen. Firmen angefragt, keine Antworten bekommen oder undefinierte. Dann wollte ich einen Teil der Benzinleitung durch eine Kupferleitung ersetzten. Davon wurde mir aber abgeraten, da die Verbindung Stahl-Kupfer irgendwann zu Problemen führen würde. Also habe ich die alte Leitung vom Katzenrocco abgesägt und wollte sie mit einem Gummischlauch verbinden. Das war aber so richtig schei..e und schien mir nichts 'handfestes' zu sein.
Um nicht wieder 'Nichts' zu machen, habe ich Tank, Hinterachse und die Koni-Dämpfer verbaut.
Das einzig Richtige: Nagelnigelneue Kraftstoffleitungen, original von VW zu ganz anständigen Preisen.
Ein hammergeiles Gefühl, endlich verlegt :-))
Ein kurzer Zwischenbericht:Das Hightlight vorweg: ER LÄUFT WIEDER Die letzten zwei Wochen waren speziell. Kurz vor dem Ziel eilt es mir oft plötzlich nicht mehr. Nun gut. Letzte Woche hatte ich den 74er Floh im Ohr und auch die Sciroccogedanken dort, schliesslich war ich 3x abends bei Besitzer, bis er dann bei mir vor dem Haus stand. Am Samstag hatte ich dann endlich wieder Schrauber-Power und war über 10 Stunden am zusammenbauen. Ein paar wenige Bilder gibt es dann irgendwann noch dazu. Am Sonntag war es dann schnell wieder vorbei. Mein Vater musste notfallmässig in den Spital. Die folgenden Tage war ich abends jeweils zu Besuch bei ihm. Heute dann wieder fleissig schrauben und der Startversuch. Klar brauchte es einige Sekunden, doch dann lief er an, ging wieder aus. Das ganze noch 2x und nun lief er konstant Mal schauen, wenn alles klappt fahre ich morgen erstmals mit ihm auf den Strassen. Seit heute (5. April 2007)ist er wieder angemeldet.
Bei der Arbeit an den vorderen Bremsen.
Die Schwierigkeit lag daran, die Halteschrauben vom Schutzblech raus zu bekommen. Mit der Flex schliff ich gerade Seiten, um mit dem Schraubenschlüssel halt zu bekommen.
Und die Überbleibsel nach hartem Kampf.
Neu und Alt im Vergleich.
Gefährlich: Die Bemsbeläge waren total abgefahren.
Der Zusammenbau ging 10x schneller.
Die ganzen Benzinteile (Ansaugkrümmer/Mengenteiler) warten auf den Zusammenbau. Um die Benzinleitungen zu verlegen hatte ich sie ausgebauen.
Noch schnell den Stabi montieren... ging dann doch nicht so schnell, weil gestern am Karfreitag der Hammer Feiertag hatte, aber heute gings dann locker vom Hocker.Und los gings, auf die erste Spritztour. Zuerst an der Tanke getankt, Reifendruck überprüft und den 'Bad Red' gewaschen.Endlich ging es los. Die Bremsen funktionierten tip top und die Power war auch 1a Eigentlich mehr als 1a, das Feeling der Beschleunigung ist wie beim 16V und sobald man am dem Gas geht, röhrt es :-)
Kleines Fotoshooting.
Irgendetwas fehlt hier noch...
Eine Grossreinigung war dringend nötig. Da bei einem Sitz der Seilzug zum vorklappen und beim anderen das Rücklehnenverstellrad defekt waren, habe ich gleich die kompletten Sitze getauscht. Davon sieht man jedoch nichts, das Muster ist das gleiche.
Die Scheinwerfer und Blinker freuten sich über Ersatz.
Am 18. April 2007 um 7.10 Uhr war MFK (TÜV) Termin. Hmmm, wir müssen nochmals hin. Der vordere rechte Stossdämpfer ist nicht mehr gut. Komischerweise der linke mit Top Werten, obwohl beide gleich alt sind, stammen aus meinem damaligen weissen 16V Scala.Dann ist der linke hintere Bremszylinder undicht, obwohl neu.Minutenlang hat rden Unterboden abgeklopft, aber nichts gefunden.Das sind sie eigentlich schon, weil ich sowieso nochmal hinfahren muss, wollte der Experte dann die ABE für die hinteren Federn und für den Supersprint ESD auch nicht sehen, obwohl ich Sie dabei hatte. Na super, ist jetzt auch als 'Mangel' aufgelistet. Ansonsten war alles im grünen Bereich.
Nach dem MFK-Termin, als klar war, dass wir nochmals hin mussten, habe ich ihn vorne gleich auch noch etwas tiefer gelegt.
Am 14. Mai war endlich der Nachprüfungstermin, diesmal passte alles :-)
Letztes Update auf dieser Seite: 15. November 2007