Die 76er GTI Story
Die 76er GTI Story stammt aus dem Sciroccoforum und umfasst vier Teile mit über 420 Beiträgen von 92 unterschiedlichen Usern 'wow'.An dieser Stelle möchte ich allen Sciroccoforum Usern danken, welche mich beim Neuaufbau mit Beiträgen und vielen guten Tips unterstützt haben. Ohne Euch wäre der Neuaufbau nicht zustande gekommen. DANKE.
Schon lange war ich auf der suche nach einem gut erhaltenen Scirocco 1 GTI. Im September 2003 habe ich auf mobile.de Einen gesehen, der meinem Jahrgang entspricht, 1976. Die telefonische Anfrage ergab, dass der Scirocco zum ausschlachten gedacht ist, er wäre schon über 10 Jahre ausser Verkehr gesetzt.Ich machte in der Firma früher Feierabend, fuhr nach Deutschland zum Autohändler und schaute mir den Rocco mal etwas genauer an.Rost war nur wenig zu sehen. Die vorderen Sitze fehlten. Die Motorhaube liess sich nur von unten öffnen, da der Seilzug ausgehängt war. Motor und Motorraum sahen gut aus. Der Tankdeckel fehlt (was da wohl alles rein ging, was nicht rein gehört???), und auf dem Dach hatte es grosse Risse und darunter Rost. Das Handschuhfach war gefüllt mit ABE's, Betriebsanleitung, Serviceheft... doch leider fehlte der Fahrzeugbrief (der Verkäufer wollte sich darum kümmern). Auch die original Deutschen Nummernschilder lagen im Wagen. Die ganzen Extras wie Ausstellfenster, Schmutzleisten, ATS Cup Felgen, Sportauspuff, Zender-Scheinwerfergrill, WS-Heckspoiler, Bilstein-Fahrwerk, Rundum-Verbreiterungen und rote Lederausstattung liessen mein Herz höher schlagen. Schnell den Kaufvertrag unterschrieben und ich machte mich wieder auf den Heimweg.
So, gekauft war er, jetzt musste noch der Transport organisiert werden. Sagte dem Chef, dass ich frei brauche und am übernächsten Tag fuhr ich frühmorgens mit einem gemieteten Auto-Transporter in Richtung Deutschland. Aufladen und schnell retour (leider dabei vergessen Fotos zu machen). 'Schnell retour'? Naja, mit dem alten, schwachen Transporter musste man schon runterschalten wenns ganz leicht aufwärts ging. Die Grenze Österreich/Schweiz kam. Die Zöllner wollten mich davon überzeugen, doch einen anderen Grenzübergang zu nutzen, da Ihr Mann, der dafür zuständig sei, nicht da wäre. Das wollte ich nicht, schliesslich musste ich jeden Kilometer mit dem Transporter bezahlen.Zollpapiere? Nee, sowas hatte ich natürlich nicht. Im nahegelegenen Container-Büro einer Transportfirma wurden mir, für ein Entgeld (so eine Art Bestechung) die Papiere gemacht und so klappte auch die Verzollung und Ausfuhr. Der Zöllner schüttelte nur den Kopf, dass jemand ein Auto, in so einem schlechten Zustand, über die Grenze bringt und dann auch Gebühren dafür zahlt.Zuhause ist der Transporter nicht mehr angesprungen. Der Anlasser hat nicht mehr gedreht. Konnte ihn aber retour anrollen lassen, davon war der Vermieter so begeistert und gab mir einen Preisnachlass, sonst hätte er ja vorbeikommen müssen.
Zurück zum Scirocco, gings sofort los mit dem Schrauben. Anspringen wollte er nicht. Jaja eigentlich wusste ich noch nicht so genau, wieviel ich am dem 76er Scirocco GTI machen wollte, fing mal an, einige Teile abzuschrauben und es kam immer mehr Rost zum Vorschein.
Das uralte Verkaufsschild lag noch im Scirocco. Mäuse hatten sich dran gemacht. Eine kam wohl nicht mehr raus und lag ausgetrocknet auf dem Teppichboden.
Die damaligen Extras :-)
Motor- und Motorraum waren sehr gut erhalten.
Die Bodenbleche waren teilweise durchgerostet.
Auch die Seitenschweller hatten viele Durchrostungen unter der Verspoilerung.
Auf dem Dach hatte es Risse im Lack und Spachtel, darunter kam Rost zum Vorschein. Auch das Blech vom Armaturenbrett hatte hässlichen Rostfrass.
Mitte Dezember 2003, nach über 100 Arbeitsstunden war das Auto zerlegt und die Dämmmaterialien entfernt. Der aufgedeckte Rost löste die ersten Zweifel am Projekt aus. 'Was wenn er nach dem Neuaufbau gleich wieder zu rosten beginnt?' Alleine würde ich es nicht schaffen, da ich nicht schweissen kann. Ende Jahr fand ich einen Carrosserie-Betrieb und so kam dann auch die Motivation wieder zurück.
Den Lack habe ich mit dem Heissluftföhn erwärmt und mit dem Spachtel abgekratzt.Darunter kam ein Unfallschaden zum Vorschein.
Das blanke Blech und der Rost.
Endlich ist auch der hintere Teil des Innenraumes von dem aufgetragenen Hohlraumschutz befreit, abgeschliffen und grundiert.
Der Scirocco auf dem Weg zum Karosseriespengler. Wahrscheinlich für mehrere Monate, da er die Arbeiten nur nebenbei macht, dafür natürlich zu Spezialkonditionen.
In meinen Träumen stellte ich mir den Scirocco als Rennmaschine vor. Also bestellte ich sämtliche Anbauteile (Kotflügel, Motorhaube, Heckklappe und Türen) in GFK. Schalensitze und ein 1.8 lt 16V Motor von Oettinger waren schnell gefunden.
Unterdessen schlachtete ich einen 1er und einen 2er Scirocco für Ersatzteile.Der Fahrzeugbrief vom 76er GTI blieb verschwunden. Zwar konnte ich den ehemaligen Besitzer ausfindig machen, doch er wusste auch nicht, wo dieser sein könnte. Das Kraftfahrt Bundesamt konnte auch nicht weiterhelfen, da sie sämtliche Daten nur 5 Jahre speichern.So sah es schlecht aus, mit der Zulassung in der Schweiz.
Auf diesem kleinen Papierschnipsel stand, ganz schwach, die alte Adesse des Vorbesitzers. Damit konnte ich ihn ausfindig machen.
Jeweils am Samstag vormittag konnte ich beim Spengler selber am Scirocco arbeiten und den gesammten Unterbodenschutz und die versteckten Rostnester abschleifen.Weitere 150 Arbeitsstunden folgten und die Sommerferien waren gekommen. Drei Wochen frei, so lange hatte ich seit der Schulzeit nicht mehr Ferien, doch der Rocco war nicht fertig (geplant war der Zusammenbau). Stattdessen sollte ich den Innenraum für die bevorstehende Lackierung anschleifen.Neeee, so eine scheiss Arbeit mache ich nicht in den Ferien. Kriese war wieder mal angesagt.Immerhin waren schon viele Karosseriearbeiten erledigt, neue Seitenschweller, neue Achsaufnahmen, neues Heckblech, Dachfenster geschlossen, Radläufe erneuert und Teile vom Bodenblech ersetzt.
Ein paar frustrierte Stunden der Ferien verbrachte ich dann trotzdem in der Werkstatt und organisierte, dass der Motorraum, Unterboden, Hinterachse und ein paar Kleinteile sandgestrahlt wurden, denn hinter dem Heckblech war immer noch Rost (hätte der Spengler den nicht entfernen sollen, als er das Heckblech erneuert hat)?
Top Service vom Strahlzentrum.
Der sandgestrahlte Motorraum. Den Bremskraftverstärker hätte ich wohl besser abgeschraubt.
DAS WUNDERFast auf den Tag genau 1 Jahr nach dem ich den Scirocco in Deutschland geholt hatte bekam ich von Frank, dem früheren Besitzer, eine E-Mail. Durch Zufall hat er den original Fahrzeugbrief und ein paar weitere Dokumente bei seiner Mutter gefunden.Das war für mich wie Geburtstag und Weihnachten am gleichen Tag. Auf die GFK-Teile wartete ich nun schon seit vielen Monaten. Viele Telefongespräche, Mails und zwei persönliche Besuche (quer durch die Schweiz) hatten nichts gebracht. Die Teile wollten einfach nicht fertig werden. Ausreden dafür gab es viele. Für mich war das ganze GFK Zeugs und der Traum von der Rennmachine vorbei. Jetzt wird auf Original gemacht. Das hätte ich im nachhinein schon von Anfang an machen sollen. Auch der Spengler hatte alle Arbeiten sehr sauber gemacht, nichts von Blech draufschweissen und so, alles nur original Teile die sauber eingesetzt wurden.
Originaler EG-Motorblock (vorher/nachher).
Das 5-Gang Gebtriebe aus einem 80er GTI.
Die Anbauteile vom Motor.
In der Zwischenzeit hat der Rocco etwas Farbe bekommen. Motorraum sowie der Innenraum strahlen nun in kometenblau met.
Wie neu.
Auch der Unterboden ist bereits fertig, wieder mit einer neuen dünnen Unterboden-schutzschicht versiegelt und schwarz lackiert, sieht ebenfalls wunderschön neu aus.
Der Motor sitzt wieder an der richtigen Stelle.
Seit dem 24. Dezember 2004 (ein schönes Weihnachtsgeschenk) steht der GTI wieder bei mir zuhause in der Garage/Werkstatt. Endlich zusammenbauen. Schrauben ist bedeutend schöner als schleifen und Hohlraumversiegelung abkratzen.
ERSATZTEILEUm den Schweizer Staat nicht noch mehr Steuern (Zoll) zu zahlen und die Wucherpreise der Post nicht zu unterstützen, mache ich regelmässig kleine Touren nach Deutschland um Teile zu holen wie z.B. neuer Benzintank, ATS Felgen (die hat jedoch dann mein schwarzer 16V bekommen, dafür, dass er mich nie im Stich lässt), Fahrwerk (vom Martin aus dem Sciroccoforum), Ledersitze komplett etc.Im Januar es ging zum 'Onkel Sam' in die Region Aachen. Viele von Euch werden schon von Sam gehört haben und einige werden ihn auch persönlich kennen. Für mich ist er der Sciroccokönig, sammelt seit 20 Jahren Sciroccos. Ein echter Scirocco-Profi, schaut mal hier:
Wenn ich mich richtig erinnere, hat er so um die 50 Roccos in seiner Sammlung. Natürlich keine Neuwagen, sondern Gebrauchte, die eingestellt wurden. Darunter sind sehr gut Erhaltene, Mittelmässige und auch Welche, die wahrscheinlich nicht mehr gerettet werden können, weil die Jahre auf der Strasse zuviele Spuren hinterlassen haben. Immerhin sind noch viele Ersatzteile dran, die manchem anderen Rocco das Leben retten werden.Für den Retourweg suchte ich mir dann (nicht ganz freiwillig) eine andere Route aus. Nach 13 Stunden Fahrzeit und fast 1500km war ich am späteren abend endlich wieder zuhause.An dieser Stelle noch ein herzliches Danke an den Sam, der meine verzweifelte Teilesuche beendet hat. Nun wird er noch originaler, habe sogar zufällig die Bleche, worauf die Hutablage liegt, bekommen (meine habe ich rausgerissen, wollte ja anfangs eine möglichst leichte Rennmaschine bauen, dazu waren sie total verrostet).
Viele Fortschritte sieht man (noch) nicht. Die Arbeit macht zwar Spass, ist jedoch sehr zeitaufwendig und bei den Minustemperaturen auch nicht immer so angenehm, sogar die Getränke in der Garage sind eingefroren.
Zuerst habe ich die Lage des Motors ausgerichtet. Diverse Anbauteile montiert. Dann wurde das Schaltgestänge wieder angebracht. Die Pedalen und Seilzüge durften auch wieder rein. Der Kabelbaum ist mittlerweile auch drin, zwar noch nicht überall angeschlossen, aber auf guten Wege dazu. Zwischendurch müssen immer wieder alte, rostige oder nicht ganz einwandfreie Teile gereinigt, an- oder abgeschliffen und lackiert werden.'Toll' waren die Arbeiten an den tausend Benzinentlüftungsleitungen. Angefangen hat es damit, dass mein 'lieber Spengler' den alten total rostigen Tankgeber doch tatsächlich in den neuen Tank eingebaut hatte. Nachdem ich das morsche Teil wieder draussen hatte, musste ich erstmal mit dem Staubsauger die Rostteile aus dem neuen Tank saugen. Weiter ging es mit der Schlauchverbindung zwischen dem Tankeinfüllstutzen und Tank. Auch hier wieder das alte rissige Teil... ein Neues war schnell bestellt. Der Einbau dauerte dann einiges länger und kostete ebenso viele Nerven. Irgendwann war aber auch das geschafft.
Zwischendurch richtete ich die Motorhaube, um mal von den Problem-Arbeiten etwas Distanz zu bekommen.
Die hinteren Trommelbremsen waren an der Reihe. Schön, da findet man den Sand vom Sandstrahlen wieder, anscheinend arbeite ich nur mit Profis zusammen.
Nach einigen Stunden sieht es jetzt wieder besser aus.
Auf jeden Fall lernt man sehr viel dabei, auch, dass es manchmal besser wäre, vorher zu überlegen, ausser man macht die Arbeit gerne doppelt, was beim Verlegen der Bremsleitungen der Fall war, denn die Benzipumpe war schon dran und musste wieder runter, sonst hätte ich die Verbindungsstücke nicht mehr verschrauben können.
Hier einen Vergleich der alten und neuen hinteren Stossdämpfer. Das Bilstein BTS 171 macht dem H&R Gewindefahrwerk Platz. Der Scirocco wird wohl zukünftig etwas tiefer liegen.
Nach der Rechten war nun auch die linke hintere Bremse an der Reihe. Erfahrung damit hatte ich ja schon und somit gings recht locker voran, bis dann die eine Schraube vom Radbremszylinder etwas dagegen hatte. Lange konnte sie nicht Widerstand leisten und musste sich der Flex geschlagen geben.
Auf gutem Weg.
Die linke Vorderbremse war als nächstes an der Reihe und damit kamen dann auch die nächsten Schwierigkeiten. Die ganzen Teile abschrauben war noch keine grosse Sache. Jedoch wollten sich die Bremsklötze nicht rausziehen (schlagen) lassen. Verbrauchte unzählige Stunden damit, bis auch hier die Flex half. Durch das abschleifen der äusseren Ränder der Bremsscheiben fielen dann die Klötze fast von alleine raus.
Der Kabelsalat brachte weitere Probleme. Irgendwann lösten sich aber auch diese.
Der Motorraum füllt sich wieder. Anspringen will er noch nicht.Testen, suchen, testen, suchen. Am 5. April 2005 ist er endlich angesprungen, wahrscheinlich zum erstenmal seit vielen, vielen Jahren.
Tagelang verbrachte ich die abende damit, den Faltenbalg vom Lenkgetriebe einzusezten. Dieser hatte der Spengler wohl vergessen.
Das Heizgebläse durfte als erstes wieder an seinen Platz im Innenraum.
Zum Glück gab es dann wieder angenehmere Arbeiten.Das braune unterhalb des Sitzes ist überigens Hohlraumschutz.
Teppich, Armaturenbrett und Mittelkonsole sind auch wieder drin.
Zwischendurch waren wieder mal doppelte Arbeiten angesagt. Der rinnende Kühler musste ausgetauscht werden. Die Schalttafel schon zum dritten Mal, noch funktioniert der Drehzahlmesser nicht, ist aber ein Problem von den noch nicht 100% angeschlossenen Kabeln.Die Konzentration lag jedoch beim herrichten der Anbauteile. Zuerst alle Schrauben, Dichtungen, Schlösser und Scheiben bei den Türen und Heckklappe raus, dann die Aufkleber weg fusseln.
Kotflügel, Türen und Motorhaube kommen wieder die Originalen dran. Bei der Heckklappe musste der 77er herhalten, obwohl es auch da ein wenig Rost dran hatte.Danach gingen die Teile zum Sandstrahlen.
Seit einer Woche wartet nur mein Baby drauf, vom Spengler abgeholt zu werden für die letzten Feinarbeiten (Löcher und Beulen entfernen), dann gehts endlich zum Lackierer.
Da der bisherige Spengler nicht in der Lage scheint, seine Arbeiten in einer akzeptablen Frist fertig zu stellen, bzw. er schon 2x trotz Voranmeldung nicht erschienen ist, habe ich nach einer Alternative gesucht.Gestern ist nun ein Anderer gekommen. Fazit: Er macht es nicht, da das Dach total wellig ist und er bezweifelt, ob das geschlossene Dachfenster längerfristig hält.'Eigentlich lohnt sich das nicht.... ist eine Ruine', so seine Worte.Super, nach ein paar hundert Stunden Arbeit und tausenden von Franken.Ihr dürft auch schon Wetten abschliessen, ob der 1er dieses Jahr, nächstes Jahr, übernächstes Jahr oder erst in 10 Jahren wieder auf die Strasse kommt :-(
Momentan ist eine richtig schwere Zeit, was den Neuaufbau betrifft. Vor allem die düsteren Aussichten. Sieht nicht danach aus, als ob er noch diese Saison fertig werden würde. Geplant war ursprünglich, dass er noch im 2004 auf die Strasse zurück kehrt. Dann die Finanzen, nur das Richten und lackieren kostet so ne Stange Geld und das ist noch lange nicht alles......hätte ein gutes Angebot für einen 78er GLI am MFK (TÜV) mit 72'000km in Top Zustand.Das lockt schon. Einsteigen und los fahren. 1er Feeling, die Sehnsucht danach wird immer stärker.Nun warte ich mal ab und versuche neue Kraft und Motivation zu schöpfen.
Heute ist ein Oldtimer-Restaurations-Spezialist gekommen.Fazit: Dach ist eine Katastrophe, das eingesetzte Stück ist gerade und hat nicht die Wölbung vom restlichen Dach, da hätten die Frösche Ihre Freude an der Pfütze, welche es bei Regen geben würde. Nun, er hat anscheinend noch einige gute Quellen für Blechteile. Ansonsten macht er ein neues Dach.Was mir besonders an dem neuen 'Spengler' gefällt: Wenn er ein Projekt beginnt, wird daran gearbeitet bis es fertig ist. Dadurch seien auch die Kosten tiefer und die Qualität besser.So, nun bin ich mal gespannt, was in den nächsten 3 Wochen läuft. Im Laufe der nächsten Woche sollte ich Bescheid wegen der Teile (Dach und evt. Seitenwand) bekommen. In ca. 3 Wochen wird der 76er dann abgeholt.
Drei Monate später... gleicher Stand :-( Der neue Karosseriespengler hat schon dreimal terminliche Abmachungen nicht eingehalten. Nun nochmals nach einem neuen 'Fachmann für die Karosserie' suchen?
Das ist schon bald eine unendliche Geschichte. Es war schnell klar, dass ich nur eine Dachhaut und kein komplettes Dach benötige. Der Aufwand und die Risiken ein Dach bei den A-, B- und C-Säulen draufzusetzen sind zu gross.Hab auch ein paar Angebote aus dem Sciroccoforum bekommen. Leider war das ganze nicht so erfreulich, da es Leute gab, die das nicht verstehen wollten und es sogar mit Druck versucht haben... sorry, nicht mein Fall.Mittlerweile habe ich eine neue original VW Dachhaut gefunden. Diese ist schon auf dem Weg und sollte im Laufe der nächsten Woche in der Schweiz ankommen.
Das neue Dach und die Blinker sind geliefert worden.
Der Karosseriebauer hatte für letzte Woche wieder die Abholung versprochen... mehr muss ich dazu wohl nicht mehr sagen.Durch Zufall hab ich einen neuen Hoffnungsträger gefunden. Nächste Woche kommt er zur Begutachtung vorbei.Leider dauert es wohl wieder einen Monat, bis er seine jetzige Arbeiten erledigt hat. Bin mir schon am überlegen, ob ich dann nächste Woche gleich was schriftliches mache mit fixen Terminen.
Am Montag, 24. Oktober 2005 um 18 Uhr wird er abgeholt :-)
Was die Spengler betrifft: Ausser beim ersten, gings dann nicht mehr darum, es möglichst günstig zu machen, sondern gut und schnell. Aufs Geld darf man bei so einem Neuaufbau einer ehemaligen Ruine nicht mehr zuviel Wert legen, sonst kann man nicht mehr gut schlafen.
Die Vorfreude war wie bei einem Kind vor Weihnachten. Diesmal hat es endlich geklappt. Noch vor dem abgemachten Termin um 18 Uhr ist der Spengler mit Hilfs-Kumpel gekommen.
Aus eigener Kraft mit dem GTI über die schmalen Alubrücken auf den Anhänger. Der Oli voll konzentriert.
Geschafft.
Los gehts.Bin dann gleich nachgefahren, um noch die Kotflügel und den Frontspoiler zu bringen. Das neue Dach hatte im Audi Platz gefunden.
Zuerst wurde die Drecksarbeit vom vorherigen Spengler beseitigt.
So sahen die 'neuen' Radläufe aus. Unten steckten noch Drähte vom Schweissen drin.
Weg damit.
Die traurige Wahrheit - Rost.
Neu und verzinnt.
Fertig ist der Radlauf.
Oben ohne.
Die neue Dachhaut ist drauf.
Auch der Lehrling zeigt was er kann, hier beim ausbeulen der Tür.
Die Anpass-Arbeiten waren sehr umfangreich.
Die Schweller vom ersten Spengler waren eine Katastrophe.
Ein Schlag mit dem Holzhammer und auseinander waren sie. Zwischen den Metallteilen wurde nichts behandelt oder lackiert, das Resultat - Rost.
Rost, Rost, Rost. Da hat wohl ein Schwein einen riesen Pfusch hinterlassen. Der Profi konnte nicht glauben, dass da jemand dran war, der das als Beruf ausübt.
Ein neues Blech wurde eingeschweisst.
Neue Schweller sind drin (übrigens vom gleichen Hersteller, wie der vorherigen).
Die 'Jungs' waren wie die Wilden am schleifen. Puhhh, ich hätte danach Muskelkater gehabt, dass ich mich nicht mehr hätte bewegen können.
Gefüllert.
Die Innenseiten werden lackiert.
Die letzten Vorbereitungen für die Lackierung.
Achtung: Frisch lackiert.
Die Feinarbeiten am Lack sind nun auch abgeschlossen.
Zum Glück ist er jetzt Hohlraum-versiegelt und auch wieder Regen- und Schneetauglich.
Wieder Zuhause.
Die Teile sind noch nicht für den Einbau vorbereitet. Ich suche jeweils das beste Teil aus dem Lager, dieses muss dann noch gereinigt werden.Für die Reinigung der langen Gummileisten (Chromstossstangen) musste die Dusche herhalten.
Die frisch gewaschenen Rückleuchten. Natürlich die alte Version, ohne die Chromzierleisten.
Wer die Wahl hat, hat die Qual. Die Besten sollen es werden.
Noch sind die Türen nackt.
Chrom-Teile für die Türen waren vom 77er Spender-fahrzeug. Die schwarze Farbe lies sich mit Abbeizer sehr gut entfernen.
Das Lavabo, auch ein beliebter Ort für die Sciroccoteile.
Solche Halterungen für die Heckklappen-Gasdämpfer gingen irgendwie vorloren. Hätten eigentlich auch mitlackiert werden sollen. So mussten halt die originalen wieder fit gemacht werden.
Seitenverkleidung für die Fahrertüre nach dem Kleben.
Das Innenleben ist wieder komplett.
Das Heckklappenschloss ist auch wieder dran.
Der Kampf mit den Kabeln war noch nicht vorbei. Da halfen auch die Stromlaufpläne wenig, wenn man sie nicht wirklich versteht. Ratlosigkeit machte sich breit.
Zum Glück kam ein Fachmann aus Deutschland expressmässig vorbei und löste die Rätsel von drei unterschiedlichen Kabelbäumen.Vielen Dank Gerald, hast einen super Job gemacht :-)
Weitere Chromzierleisten beim ablaugen.
Nach dem ersten Druchgang war immer noch viel schwarze Farbe drauf. Erst nach drei weiteren Durchgängen war die Farbe ab.
Auch von Edije bekam ich die benötigte Unterstützung beim Einsetzen der Heckscheibe. Die Arbeit erwies sich schwerer als gedacht. Am nächsten Tag hatte sie sogar Muskelkater vom vielen drücken.
Bei den Lüftungsrohren heisst es 'Gewusst wie'. Natürlich habe nicht gewusst wie... aber irgendwann hat es dann doch noch geklappt, aber das Handschuhfach musste raus. Ist übrigens kein Rost drauf, sondern Kleberückstände.
Für das Innenleben der Beifahrertüre benötigte ich auch ein Ausschlachtopfer, die Türe vom 77er GTI war optimal (gleiches Modelljahr).
Pilotensitze waren zwar schon vorhanden, aber die Rückbank fehlte. Bei ebay ergab sich ein Schnäppchen von einer kompletten Innenausstattung eines 76ers. Die haben wir in der Nähe von Nürnberg mit dem Juhu abgeholt.
An der Beifahrertüre waren original keine Rückspiegel. Nachträglich wurden jedoch welche verbaut, mit kleinen Löchern. Wie jetzt montieren? Locher ausbohren, davor hatte ich ein wenig Respekt wegen dem neuen Lack. Also mit dünneren Schrauben versuchen... klappte nicht wirklich.
Schlussendlich dann halt doch die Löcher aufgebohrt (hätten wir die doch vor dem lackieren geschlossen) und ein Gewinde reingedreht.
So sehen die originalen, Retro-Rückspiegel aus.
Die Alu-Fensterkurbeln sind nicht original, gefallen mir aber besser.
Die Türgriffe sind auch wieder darn, mit neuen Kunst-stoffleisten drin.
Sicherheitsgurte, gabs schon 1976.
Der Tankdeckel hat die originale Form, ist jedoch abschliessbar.
Die hinteren Seitenfenster mussten nochmals raus, weil die Zierleisten nicht richtig im Gummi sassen und die Verkleidungen noch nicht dran waren.
Aufgrund der vielen Nachfragen, möchte ich Euch mal wieder ein paar Sätze zum Neuaufbau schreiben. Ehrlich gesagt, ich war faul, sehr faul. Das liegt nicht wirklich an fehlender Motivation, oder doch? Habe das Gefühl, ich möchte einfach noch nicht fertig sein, mit dem 76er. Es ist eine schöne Zeit, daran zu arbeiten. Das ist so, wie wenn jemand nach 20 Jahren aus dem Gefängnis entlassen werden soll, doch eigentlich fühlte er sich hinter Gittern wohl und draussen nicht.Zwar bin ich fast jeden Tag in der Garage, meistens aber nur kurz. Eine rauchen, Scirocco verliebt anschauen und dann wieder rein ins Haus.Obwohl ich mich auch schon riesig auf's Schrauben an den anderen Sciroccos freue. Am Wochenende beginnt die Sommerzeit.
Die Wahl der Felgen war eine sehr Schwierige.Da waren die bereits vorhandenen (ATS, OZ, BBS und originale Stahlfelgen). Nicht schlecht, aber auch nicht wirklich der Hammer.
Die Smoor-Felgen waren der nächste Favorit. Auch da war der Preis ein Hindernis...
...und die neuwertigen Powertech waren dann doch heisser.
Die Felgen habe ich dann kurzentschlossen in München abgeholt.Damit es doch ein wenig weitergeht, habe ich mir einen Arbeitsplan, mit den nächsten Schritten, erstellt. Das hat dann ein paar Tage geklappt, bis wieder das Faulfieber kam.Dann versuchte ich den nächsten Schub: Anmeldung zur MFK (TÜV).Die wollten zuerst die Papiere. Termin bekam ich trotzdem keinen. 'Zuerst wollen wir eine Bestätigung der Abgas- und Lärmwerte vom Importeur' hiess es vom freundlichen aber sehr bestimmenden Experten.Die Bestätigung habe ich diesen Mittwoch bekommen (sehr netter Kontakt mit dem Leiter der Typenprüfung von VW).In der Zwischenzeit waren die Pneus bestellt und heute auch angekommen. Morgen werden Sie aufgezogen.Jetzt wird es ernst :-)Heute ist die Einladung zur MFK-Prüfung (TÜV) per Post gekommen: 10.04.2006.Hoffentlich wird er bis dann fertig Wird schon schiefgehen ;-)
Die Nummernschild-beleuchtung ist vom Scirocco 2, passt aber problemlos.
Der Scheibenwischer benötigte da vieeeel mehr Zeit. Mit genauer Typangabe bei VW gekauft, wollte er einfach nicht passen. Habe dann das Teil zerlegen müssen, bis es doch noch geklappt hat...
Was sollte nun mit der Rücksitzbank geschehen? Die Halterungen hatte ich im 2003 rausgeflext (Jugendlicher Leichtsinn), schliesslich zählt jedes Gramm. Naja, sagte ich mir, dann fangen wir mal ohne an. Damit das ganze aber nicht so verbastelt aussieht, wollte ich doch eine stabile Abdeckung reinbauen, damit wir auch mal im 76er GTI schlafen können.
Zuerst eine Schablone aus Karton gebastelt.
Auf einer wasserfesten Spanplatte eingezeichnet und mit der Stichsäge ausgeschnitten. Ebenso eine rutschfeste Matte.
Darauf wurden 'Teppich-Quadrate' geklebt.
Vor dem Einbau kam ein Notrad vom Scirocco 2 mit Radschrauben und Werkzeug in die Reserveradmulde.
Fertig. Die Zierleiste kann mit wenigen Schrauben entfernt werden und der Heckausbau (3-teilig) abgehoben werden.
Die letzen Tage vor dem TÜV-Termin. Bremsanlage entlüften und die Chromstahlfelgen montieren, stand auf dem Programm. Hinten entlüftet und Felgen montiert, alles gut. Gut? Neeeeeee, die Mangels passen vorne nicht dran. Die Bremssättel kommen zu weit raus.
Zum Glück hatte ich noch passende im Lager liegen. Die waren dann relativ schnell gewechselt.
Fürs erneute entlüften der Bremsen bekam ich leihweise ein spezielles, echt geniales Gerät, so ging es locker vom Hocker. Auch in der engen Garage und ohne den Scirocco verschieben zu müssen.
Der Gerald hat zum 2. Mal die aktuellen Elektronik-Probleme besiegt. Ist aber auch ärgerlich, dass unterschiedliche Baujahre vom Scirocco GTI, teilweise komplett andere Steckerbe-legungen haben, wie soll das ein Laie erkennen und ändern können. Zum Glück gibt es den Gerald.Hier beim testen auf der Haube vom Mad Max.
Riesiges Kopfzerbrechen machte die Befestigung der Signalhörner. Da wo sie sein sollte war sie nicht. Irgendwie hat es dann noch noch geklappt.
Bei den letzen Feinheiten (Zündung einstellen, Abgaswerte einstellen, Auspuff anpasssen) half mir der Fritz.
Die neuen Stossstangen waren schnell dran. Hier der Vergleich alt-neu.
Die verrosteten Halterungen, zur Befestigung des vorderen Nummernschildes an der Chromstosstange, schienen nicht mehr zu retten.
Nach ein paar Stunden in Cillit Bang eingelegt, sahen sie wieder aus wie neu. Ist übrigens ein Geheimtipp zum Rost an Kleinteilen zu entfernen: Phosphorsäure.
Blitznews vom 5. April 2006Als erstes möchte ich dem Gerald dankeschön sagen, er hat am Samstag vier Stunden mit der Elektronik gekämpft und sie besiegt.Ob der MFK-Termin vom Montag klappt ist fraglich, ob die Zeit reicht.Heute bin ich zum ersten Mal richtig mit dem 76er GTI gefahren Etwa 20km. Bei 3500 U/min hat man das Gefühl, im roten Bereich zu sein. Ein Blick auf den Drehzahlmesser motiviert dann aber das Gaspedal doch noch ein bisschen tiefer zu treten.
Heute, 10. April 2006 um 8 Uhr war es soweit. War eine laaaaaaaaange Prüfung. Zum Glück hatte ich einen netten Experten, der wollt gar nicht mehr aufhören zu fahren. Nach der Prüfung hiess es, er werde noch die ganzen ABE etc. studieren, als ich im Warteraum sass, fuhr er wieder los, mit dem 76er. Hatte er was vergessen, oder wollte er nur nochmals fahren?Als er dann wieder gekommen ist, meinte er, er werde die Unterlagen mal in der Pause studieren... Sooo das Fazit: Vorweg, ich bin zufrieden. Muss zwar innerhalb der nächsten 14 Tagen noch ein paar Mängel beheben und das auch zeigen gehen (ohne Termin).Damit hatte ich auch gerechnet, schliesslich kannte ich selber noch ein paar Mängel, die Zeitmässig einfach nicht mehr drin war, um sie alle zu beheben.Dies sind:-Fernlicht links defekt-hintere Radlager-Spiel einstellen-Getriebe 5 Gang nicht schaltbar-Tachobeleuchtung und 2-Kreis Kontrolllampe funktionieren nicht-Tachojustieren (Anzeige 38 bei 50 km/h)Ja, das wird zu schaffen sein.Drei Tage später hat es dann auch geklappt: MFK bestanden :-)
Hier nun endlich die Bilder vom fertigen 76er Scirocco GTI
Letztes Update dieser Seite: 11. September 2007